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14.07.17 06:27 Kategorie: markttipps, Markttipps

Russland könnte erstmals zum größten Weizenexporteur aufsteigen


Russland dürfte im laufenden Wirtschaftsjahr zum ersten Mal in der Geschichte die Rangliste der weltgrößten Weizenexporteure anführen und damit die Europäische Union und die USA auf die Platz zwei und drei verweisen. Davon geht jetzt das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) aus. Im Juni hatten die Washingtoner Fachleute noch die Europäische Union auf dem ersten Platz gesehen.



Nach den gestern veröffentlichten USDA-Prognosen für 2017/18 wird Russland voraussichtlich 30,5 Mio t Weizen einschließlich Weizenerzeugnisse wie Mehl ausführen; das wären 2,7 Mio t oder 10 % mehr als im Vorjahr und 1,5 Mio t mehr, als noch im Juni erwartet worden waren. Die Washingtoner Experten begründen ihre Voraussage mit dem voraussichtlichen Rekordangebot in der Föderation. Zudem werde neuerntiger russischer Weizen zu Preisen angeboten, die gegenüber der Konkurrenzware aus Australien, der Ukraine und den USA durchaus wettbewerbsfähig seien.



Russlands Weltmarktposition habe sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich gewandelt, betonen die US-Beamten. So hätten die Ausdehnung des Anbauareals und verbesserte Erträge mehrere aufeinanderfolgende Spitzenernten ermöglicht. Außerdem habe sich die Wettbewerbsfähigkeit im Export verbessert, und zwar als Folge von Investitionen in die Infrastruktur und dabei vor allem in die Ausweitung der Hafenkapazitäten. Das knappe Angebot in anderen wichtigen Exportländern könnte deshalb im laufenden Jahr durch russischen Weizen ausgeglichen werden.



Im vergangenen Jahr waren die USA noch der weltweit wichtigste Weizenexporteur mit einer Ausfuhrmenge von 29,3 Mio t. Allerdings passte das US-Ministerium jetzt seine betreffende Prognose für 2017/18 um 1 Mio t auf 26 Mio t Weizen nach unten an. Damit würde das eigene Land auf den dritten Rang unter den wichtigsten Exportländern zurückfallen. Auf dem zweiten Platz sieht das Ministerium nun die EU mit einem Weizenexport von 30 Mio t; im Juni hatten die Marktexperten hier noch 500 000 t mehr erwartet. Trotzdem würde damit die Vorjahresmenge 2016/17 um 3 Mio t übertroffen. AgE